Unsere Familiengeschichte

 Vespermanns Bodenkarussel  Vespermanns Prachtkarussell

Begonnen hat alles 1893 als das junge Schausteller-Paar Johanna und Louis Vespermann sich mit einem der ersten Bodenkarussells selbstständig machten. Damit reisten sie Zeit ihres Lebens und überstanden den 1. Weltkrieg und seine Folgen, dann wurde das Karussell von ihrem Sohn Willi Vespermann und Schwiegertochter Magda übernommen. Es folgten schöne erfolgreiche Jahre bis schließlich der 2. Weltkrieg sämtliche Jahrmärkte in ganz Deutschland unmöglich machte. Nach dem 2. Weltkrieg lag Deutschland in Trümmern und mit dem Karussell ging es mehr schlecht als recht weiter.

Direkt nach dem 2. Weltkrieg wollten die englischen Besatzungskräfte für ihre Soldaten einen kleinen Jahrmarkt haben. Da unsere Familie noch über unbeschädigte und funktionstüchtige Fahrgeschäfte verfügte, bauten sie diese auf einem der ersten Jahrmärkte nach Kriegsende im Raum von Schleswig-Holstein auf. Aufgebaut von Familie Vespermann wurden ein Kettenkarussell und das schöne Bodenkarussell. Der kleine Festplatz war mit Zäunen umgeben, da diese Veranstaltung nur für die englischen Soldaten sein sollte. Vor den Zäunen tummelten sich aber die Kinder der Stadt, die seit Jahren des Krieges keinen Jahrmarkt, geschweige denn ein Karussell gesehen hatten. Irgendwann sagten die englischen Offiziere das die Zäune geöffnet werden sollten, damit die Kinder auch Karussell fahren konnten, die sich die Nasen an der Absperrung platt drückten.

Magda & Willie Vespermann in der Chipkasse

In dieser schwierigen Nachkriegszeit entschloss sich Magda Vespermann neben dem Karussell eine Mandelbude aufzustellen, das war um ca. 1952. Diese kleine Mandelbude lief recht gut, zum Leidwesen von Willi Vespermann, denn als „Karussellmann“ gab es für ihn nur sein Karussell, doch seine Frau Magda setzte die Mandelbude durch und er durfte sie nicht weg lassen. Das war der Beginn von „Vespermanns gebrannten Mandeln“.

Willi und Magda Vespermann hatten vier Söhne, die sich alle mit der Zeit im Schautellergewerbe selbstständig machten. Der jüngste Sohn Holger Vespermann übernahm das Bodenkarussell und der älteste Sohn Louis-Werner Vespermann machte sich 1960 mit einem „Mandelschirm“ selbstständig.

Die folgenden Jahrzehnte waren für Louis-Werner und seiner Frau Renate Vespermann nicht immer leicht, doch mit viel Arbeit und Fleiß schafften sie es sich mit ihren gebrannten Mandeln auf den Jahrmärkten in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen durchzusetzen.

Renate & Louis-Wener Vespermann


In den 80/90 Jahren teilten sich Louis-Werner und sein Sohn Dieter Vespermann die „Mandelroute“ untereinander auf. Louis-Werner und seine Frau behielten Glückstadt, den Hamburger Dom der dreimal im Jahr stattfand und den Bremer Freimarkt. Dieter und seine Frau Gaby Vespermann bereisten die Route in Schleswig-Holstein.

Im Laufe der 2000 Jahre veränderte sich einiges und zwei schwere Schicksalsschläge musste die Familie Vespermann zu dieser Zeit verkraften. Renate Vespermann verstarb und wenige Jahre später erkrankte auch das Familienoberhaupt Louis-Werner Vespermann schwer. Die Hamburg/Bremen Tour musste fort an von Dieter, seiner Frau Gaby und ihren beiden Kindern Jan-Louis und Tina Vespermann mit gestemmt werden.

Jan-Louis Vespermann zog eines Tages die Liebe nach Nürnberg und gründete dort eine eigene Familie. Tina Vespermann blieb zu Hause und übernahm mit 19 Jahren den Großteil der Mandelproduktion. Aufgrund der veränderten Familienverhältnisse musste die Jahrmarktsroute angepasst werden, auch die sich gewandelte Situation der Jahrmärkte führten dazu, dass Familie Vespermann sich auf die Großveranstaltungen Hamburger Dom, Bremer Freimarkt und Veranstaltungen in und um ihrer Heimatstadt Husum konzentrierten. Von der früheren Reiseroute in kleinere Städte sind nur der Jahrmarkt in Glückstadt, Itzehoe und Kaltenkirchen übrig geblieben.

 

Trotz aller Hürden sind wir bemüht unseren Familienbetrieb aufrechtzuerhalten und versuchen mit dem Wandel der Zeit mitzugehen. Mit Liebe zu unserer Tradition und Familienrezept freuen wir uns auf die nächsten Jahrzehnte, in der wir mit unserer Familie ihrer Familie weiterhin mit vielen gebrannten Spezialitäten begleiten.